Thema: Lebendige Zäune – Gewinn für Insekten, Tiere und Menschen
Das Bedürfnis, sich einzuhegen hat stark zugenommen. Wo zu Oma's Zeiten noch Blumen zur Eingrenzung des Grundstückes standen, vor einigen Jahren Gabionen schwer in Mode waren, finden wir heute Sichtschutz mit grauen oder grünen Kunststoffbändern durchzogen. Schnell errichtet, dicht, kostengünstig – aber absolut leblos, trist und abweisend.
Es geht zum Glück auch anders – die Lösung sind Kletterpflanzen, die mit Blüten unsere Insektenwelt erfreuen, Blättern, Beeren und Wurzeln, die zum großen Teil essbar sind, sowie Unterschlupf für Insekten und Vögel bieten.
Im Frühjahr geht es los mit dem Kaukasischen Rankspinat. Sehr frosthart, kommt er sehr gut auch im Halbschatten von Laubbäumen zurecht, und so startet er im zeitigen Frühjahr schon mit seinen vitaminreichen Sprossen, die bis in den April hinein geerntet werden können.
Der aus Indien stammende Malabarspinat dagegen ist eher ein wärmeliebendes Geschöpf, das jedes Jahr neu ausgesät werden muss. Es versorgt uns im Juli/August mit reicher Ernte an sehr leckerem Blattgemüse bis zur Blüte, die ein echter Hingucker ist und im späten Sommer die Terrasse verzaubert.
In Kübeln auf der Terrasse gedeihen problemlos die dankbaren Feuerbohnen. Blühstark und ausdauernd bis zum ersten Frost liefern sie leckere frische Bohnen für Salate und Eintöpfe.
Weiter mit der Kapuzinerkresse, die mit ihren feurig roten Blüten ein Farbspektakel bis zum Kälteeinbruch bieten, lassen uns nicht nur in essbaren, scharf schmeckenden Blüten schwelgen, auch die Samen sind, eingelegt wie Kapern, sehr schmackhaft.
Gurken, die sich hochranken und schöne saftige Früchte tragen, dürfen nicht fehlen. Dabei müssen es nicht die großen Salatgurken sein, es gibt mundgerechte Minigurken, z. B. Melothria, die nicht so viel Geduld fordern. Auch die Stachelgurke Kiwano oder die Inka Gurke bieten sich an, letztere soll sogar als Cholesterinbremse wirken. In diese Reihe passen auch wunderbar Kürbisse und Zucchinis, die wir seit Langem kennen.
Außergewöhnlich ist die Bittermelone, die als Gemüse- und Heilpflanze einen hohen Stellenwert in der asiatischen Küche besitzt, hilft sie doch bei Diabetes. Dabei hat sie wunderschöne Blüten im Juni/Juli, einen betörenden Duft nach Vanille und sehr dekorative, gelbe, warzenartige Früchte.
Eine weitere wunderbare Empfehlung ist die Luffagurke. In Indien ein geschätztes Gemüse, kommt sie auch in unseren Breiten gut zurecht. Viele von uns kennen nur den Luffaschwamm zur Körperpflege und als Putzschwamm. Blüten und junge Früchte sind jedoch essbar und als Gurkenmaske lässt sie unseren Teint strahlen.
Auch die Chinsische Yamswurzel eignet sich hervorragend für die Begrünung von Zäunen und Rankgerüsten. Dabei ist sie ausdauernd, erst im August blühend und schenkt uns im Herbst ihre Wurzeln, die wie Kartoffeln verarbeitet werden können. Sie ist eine Lichtwurzel, das heißt, sie speichert das Sonnenlicht und gibt uns die Kraft der Sonne in den dunklen Monaten wieder zurück. Die geernteten Wurzeln, können schon mal ordentliche Ausmaße annehmen, sie sind heilsam, besonders für Frauen in den reiferen Jahren.
Rankpflanzen unserer Breiten, wie Wein, Wilder Wein, kletternde Brombeeren sind verbreitet. Mini Kiwis finden nach und nach Platz in unseren Gärten, klein wie Stachelbeeren und robust erobern sie sich schnell Rankgerüste. Sie sind winterhart und unkompliziert und eine hochwertige Bereicherung unseres Bedarfs an Vitamin C. Und das ist längst nicht alles......
Die Rundblättrige Baumwinde, ist ein Blickfang und eine gute Bienenweide und deren Früchte gelten in der chinesischen Medizin als leber- und gallestärkend.
Wicken, die sich zart an Eisengittern hochranken, Prunkwinden, mit ihren blauen Blüten, Trichterwinden, Passionsblumen, Hopfen, aber auch die Zaunrübe erfreuen uns und die Insektenwelt.
Die Zaunrübe ist übrigens auch eine alte Heilpflanze und bei uns schon selten geworden.
Es gibt noch viel mehr.... Exotisch manchmal, aber bereichernd in vielerlei Hinsicht.
Neugierig geworden?